28. Juni 2020

Blogparade: Gut behütet.

Herzlichen Dank für die Einladung zur Bloggeraktion im Juni:



Patinnen der Blogparade sind dieses Mal elablogt (klick) und Sunny (klick).

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Kein Sommer ohne Panama-Hut!

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Der kleine Unterschied zwischen Montecristi und Montecristo

ist der zwischen einem

Hut und einer Zigarre.




Ein echter Panama-Hut kommt nicht, wie man denken könnte aus Panama, sondern aus Ecuador.
Eine der Hochburgen der Hutmacherei in Ecuador liegt in der kleinen Stadt Montecristi. Mit "i".
Montecristo (mit "O") ist eine Zigarrenmarke aus Kuba. Selbst gekauft 2012 in Havanna.



Und wieso heißt es denn nun Panama-Hut, wenn er garnicht aus Panama kommt?
Die Erklärung ist ganz  einfach.
In früheren Zeiten wurden die Hüte von Ecuador nach Panama gebracht und bekamen dort auf die Transportkisten vor der Verschiffung in alle Welt das Etikett "Panama".  So einfach ist das.
Eine zweite Erklärung ist die, daß Präsident Roosevelt seinerzeit in einer Zeitung mit einem solchen Hut  in Panama abgebildet wurde. Damit trug er dann eben auch einen Panama-Hut. Auch ganz einfach.

Wie auch immer. Einen echte Panamahut kann man zusammenrollen und in einer kleinen Holzkiste verstauen.
Wie er hergestellt wird, das erzählen ich euch im Folgenden:



Ein echter Panamahut ist umso wertvoller, je dichter gewebt er ist. Am besten hält man den Hut gegen die Sonne und schaut, wieviel Licht durch das Gewebe hindurch fällt....je weniger Sonnenlicht, desto besser.


Eingangs möchte ich auch gleich die Preise nennen: Mein Hut und auch der meines Mannes haben jeweils 25 USD gekostet. Unser Fahrer erzählte, daß der teuerste Hut den er jemals gesehen hat,  einen Preis von 1600 USD hatte. Nun ja. Dafür, daß so ein Hut doch bald verschwitzt ist und bei der erstbesten Gelegenheit sprichwörtlich vom  Winde verweht werden kann....mir reicht die einfachste Variante.
Meinen Hut bewahre ich nun hier zuhause in Deutschland nicht zusammengerollt in der kleinen Holzkiste auf , die eigentlich für die Aufbewahrung  gedacht ist.
Man sagte mir, daß aufgrund der geringeren Luftfeuchte in Europa das Gewebe schnell austrocknet und man deshalb den Hut "aufgefaltet" aufbewahren soll. Und genau das tue ich. Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, daß sich der Hut trockener und steifer anfühlt als in den Tropen.
Was kann ich tun?
Sobald unsere Hüte wieder getragen werden sollen werden wir diese mit Aqua destillata ordentlich einsprühen und dann unter einem Tuch in Form bügeln.
Nun wißt ihr auch, warum ich euch meinen Hut nicht eingerollt in der Kiste zeigen kann.

Aber ich kann euch zeigen, wo und wie ein solcher Hut gewebt wird.
Wenn man in das kleine Städtchen Montecristi in Ecuador fährt, steht eingangs am Kreisverkehr diese Statue....diese zeigt die typische Körperhaltung der Hutweberinnen.
Ja, Regenzeit! Es ist warm, so um die 30 Grad, aber es nieselt.
 
Echte Panamahüte werden aus feinem Toquillastroh gewebt. Der wissenschaftliche  Name der Pflanze ist: Carludovica palmata. Ich merke mir schlicht: Panama-Hut-Pflanze.
Nach der Ernte teilen die Frauen die Pflanzenfasern. Je feiner die Faser, desto wertvoller später der Hut.

Diese dann geteilten Fasern werden gewaschen, gekocht und später im Schatten zum Trocknen  und Bleichen aufgehangen. Getrocknet wird zwingend im Schatten, denn sonst werden die Fasern spröde, trocknen aus und brechen.
Es dürfen nur die Fasern zum Weben verwendet werden, die keinerlei Restfeuchte enthalten. Auch das würde die Qualität beeinträchtigen.


Ideal haben es da die Arbeiter, deren Häuser auf Stelzen stehen, denn sie können die Pflanzenfasern unter ihren Häusern aufhängen.
Das Weben der Hüte ist traditionell Frauenarbeit.
Man beginnt in der Mitte und webt immer im Uhrzeigersinn.



Sobald der Hut seine Form bekommen soll, legt man den Hut auf den dreibeinigen Flechthocker. Die Arbeiterin legt sich dann auf den zu flechtenden Hut und arbeitet permanent in dieser Körperhaltung...das sieht unbequem aus.....und ist es sicherlich auch....
Ist der Hut soweit fertig, dann wird ein kleiner Rand geflochten.
Nun wird der ganze Hut gewaschen und getrocknet, dann mittels einer Art Hammer  in Form geklopft und zuletzt gebügelt.
 
Fertig zum Verkauf!
 




Das folgende Foto von mir mit Panamahut entstand irgendwo in Costa Rica. Es war heiß, sehr heiß und der Hut schützte vor der Sonne. Man schwitzt trotzdem und die Haare kleben, dementsprechend sieht man auch aus, wenn man den Hut absetzt...🤔. 



Aber ich habe auch andere Hüte, zum Beispiel diesen einfachen Strohhut:



....oder diesen, gekauft in Paris,  die perfekte Ergänzung im Herbst zu einem Blazer....oder zu einem komischen Kleid😎....


...oder den ganz einfachen Strohhut für den Strand....



...oder den Regen abhaltenden Filzhut mit extrabreiter Krempe statt Regenschirm....


Nun bin ich gespannt, welche Hüte anderer Leute Köpfe zieren....die Linkparty ist eröffnet....

You are invited to the Inlinkz link party!

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Kommentare:

  1. Liebe Susan, das ist so ein schöner Post. Sehr interessant wie die Hüte entstehen. Es sieht tatsächlich sehr unbequem aus, diese Arbeitshaltung. Wenn ich dort gewesen wäre hätte ich mir auch so einen schönen Hut als Souvenir gekauft.
    Danke für die tolle Reise nach Ecuador. ❤️
    Hüte stehen Dir übrigens total gut!
    Wünsche einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

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    1. Reisesouvenirs, von denen man noch lange etwas hat, sind doch viel besser als Staubfänger in einer Vitrine.
      Danke und liebe Grüße!

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  2. Spannend - und danke für die tollen Infos. Gnahhhh - jetzt will ich auch einen echten "Panama"-Hut für meine Sammlung oO
    LG Steph

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    1. Gern geschehen. Ein echter Panamahut läßt sich ja auch in Deutschland finden.

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  3. danke für die panama-hut-story! das sind schöne, zeitlose hüte - freu mich, mehr über die hintergründe zu erfahren.
    aber ich finde auch deine anderen hüte allesamt schick! und ich mag das "komische kleid" sehr - inkl. der süssen stiefelchen.
    gerade bei regenwetter finde auch ich (filz)hüte super, ich nehme nicht gern einen schirm :-D
    xxxxx

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    1. Ich nehme auch ungern Schirme, daher liebe ich den roten Filzhut mit der breiten Krempe. Er ist ein treuer Begleiter bei Regenwetter, allerdings nur bei kühlen Temperaturen. Das komische Kleid ist das Elisalex

      https://naehfreundin.blogspot.com/2013/11/elisalex-teil-2-und-das-ende.html

      Von hinten sehe ich einem Brauereipferd ähnlich. Das Foto habe ich nur wegen des Hutes wieder vorgeholt.

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  4. Chic, deine Hüte. Einer wie der andere. Vielleicht sollte ich mir doch noch den einen oder anderen Hut zulegen. Ich denke mal darüber nach und lasse mich von deinen Hüten inspirieren.
    Wenn ich die Haltung der Frauen sehe, bin ich doppelt froh um meinen komfortablen Schreibtischjob. Das sieht wirklich sehr unbequem aus.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Lieben Dank Andrea.
      Ja, da überlegt man sich selbst zweimal, ob man jetzt über "Rücken" klagt oder sich lieber an diese Arbeitshaltung erinnert.

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  5. Deine Fotos könnten meinen Blog ergänzen, wunderbar! ;) Danke für einen so interessanten und vollständigen Artikel.
    Wie wir sehen können, haben wir den gleichen Geschmack für Hüte, der Panama-Hut ist absolut hochwertig und peppt einen Look richtig schön auf!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  6. Toll, Dein Panama-Hut, er steht Dir sehr. Ich finde die Geschichte dahinter bzw. die Herstellung sehr interessant, wow, Du warst also schon in Equador UND auf Kuba, da beneide ich Dich direkt ein wenig :-) WEnn ich mir die Haltung der Hutweberinnen ansehe, o je, für die Bandscheiben ist das eher nix!
    Ich finde auch die anderen Hüte und Outfits klasse, das Kleid ist kein bisschen komisch, sondern sehr schön und besonders.
    Liebe Grüße, Maren

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    1. Nein, an die Rückenschmerzen nach einem ganzen Arbeitstag möchte ich da auch gar nicht denken....
      Ja, ich war in Ecuador und in Kuba und ich bin dankbar, daß ich das alles machen konnte. Von den Erinnerungen zehrt man auch in Zeiten, wo an Fernreisen gar nicht zu denken ist.

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  7. Du bist ganz schön weit rumgekommen. Die Herstellung ist schon interessant. Ich bin froh, so nicht meinen Lebesunterhalt verdienen zu müssen. Aber so ein Hut würde wunderbar in meine Sammlung passen.
    Schönen Sonntag
    Alice

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    1. Die Gelegenheit einen Panamahut zu erwerben, wird sich finden. Und ja, manche Menschen müssen ihr Geld schwer verdienen.

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  8. Schön beschrieben, wie so ein Hut entsteht. Das ist sehr interessant.

    Ich trage sehr selten einen Hut. Wenn überhaupt, nur in der prallen Sonne als Schutz.

    Liebe Grüße Sabine

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  9. danke, dass du uns so viele bilder von der hutherstellung mitgebracht hast. ich hatte mir darum vorher nie gedanken gemacht. die frauen machen eine tolle handarbeit - sicher auf kosten ihrer wirbelsäulen.
    hätte ich das mal eher gewusst, meine schwester war im märz in ecuador - nun muss ich wohl selber hin ;)

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    1. Genau, das ist das nächste Fernziel , sobald wir wieder reisen dürfen und wollen. Ansonsten gibt es die Pananamhüte auch in Deutschland.

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  10. Es sieht zwar relativ ungewohnt aus, aber wenn es gar so schlecht wäre, hätten die "Flechterinnen" vermutlich zwischenzeitlich eine andere Haltung ausprobiert und etabliert. Frauen sind ja nicht doof.
    Die gequetschten Brüste finde ich allerdings irgendwie befremdlich.
    25 Dollar klingt eigentlich sehr günstig. Ich hätte jetzt wohl eher mit 250 gerechnet. Vielleicht kann man die Hüte ja zusammen mit den Zigarren in einen Humidor packen. ;-)
    Danke für den schönen und ausführlichen Bericht. Freut mich, dass Du wieder dabei warst.
    BG Sunny

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    1. Ecuador ist ein armes Land, zwar nicht ganz so wie in Guatemala, aber eben arm. USD haben einen anderen Wert für uns als für die Menschen dort.Ich vermute mal ohne es geprüft zu haben, daß man hier in Deutschland noch die Null an den Preis ranhängen müsste.
      "Befremdlich" ist eine gute Formulierung. Aber es hat genau so ausgesehen....
      Einen Humidor haben wir nicht, die Anschaffung wäre ja eine Überlegung wert. Bloß wohin mit dem Ding, den wenn die Hüte mit rein müssen, braucht er Platz😊

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  11. Da steckt ja einiges an Arbeit in so einem Panamahut. Generell finde ich bei solch natürlichen materialen wird das mit der Zeit poröser. So mancher Strohhut ist mir irgendwann nach jahrelanger Gartenarbeit zerbröckelt.
    Sehr schön finde ich auch deinen roten Hut. Die Farbe ist mal was besonderes.
    Liebe Grüsse Ela

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    1. Vielen Dank Ela. Ja, es steckt eine Menge Arbeit im Hut, die man gar nicht sieht.

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  12. :-) Danke für die sehr interessante und ausführliche Beschreibung der Herstellung eines "Panama" Hutes. Der Flechtvorgang sieht ja wirklich schrecklich ungemütlich aus! Die Flechterinnen müssen am Ende des Tages wirklich fürchterliche Rückenschmerzen von der Arbeit haben!
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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    1. Ja, da ist man dankbar, wenn man damit nicht seinen Lebensunterhalt verdienen muß, oder?
      LG, Susan

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