Genußnäherin 50plus.
Meisterin des selbstgenähten unfertigen Unperfekten.
Mein Kleiderschrank ist voll "nichts anzuziehen". Na und?

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2. Juli 2019

Burda 7/2019, Modell 119

Tja.
Ich hätte es ahnen sollen...
Von der anfänglichen Freude auf ein leicht und schnell zu nähendes Shirt bleibe ich mitten auf der Strecke hängen.....der Auschnitt....urgs....und ärgere mich.
Man Ich (!) hätte es ahnen können/müssen.
Das Problem des nicht wirklich gut sitzenden Ausschnitts  bei dieser Verarbeitungsvariante und dem Material Jersey liegt auf der Hand. Was man beim Foto und die Auswahl des Fotos in der Zeitschrift noch zurechtrücken kann, funktioniert im echten Schneiderleben leider nicht mehr.
So.
Was nun?

Ich habe im ersten Versuch die Auschnittkante von außen schmal abgesteppt. Schön ist anders.



Aufgetrennt. In den Stoff geschnitten. Gebügelt. Schimpfwort abgegeben. Laut!

Nun den Beleg auf der Nahtzugabe innen festgesteppt. Sah auch nicht besser aus
(siehe erstes Foto oben).

Rettungsversuch. Beleg an der Naht abgetrennt. Nun ist der Ausschnitt noch größer 😓Auf Auftrennen und nochmaliges in der Stoff schneiden hatte ich keine Lust. Wie war das noch mal mit "schnell und einfach zu nähendes Shirt", nee.😒



Bildquelle Burdastyle 7/2019

Am besten ist es dann doch, auf altbewährte Methoden zurückzugreifen: das Versäubern des Ausschnittes mit einem Schrägstreifen! Ich habe meinen Schrägstreifen extrabreit zugeschnitten, denn schließlich musste ich ja den durch die Pfuscherei zu groß geratenen Ausschnitt wieder (irgendwie)  kleiner machen.

Nun passte der Ausschnitt aber bei der Anprobe gab es das nächste unschöne Erwachen: Mein Jersey war (und ist und bleibt) ein "Schnappjersey". Will heißen , er hat so viel Elasthan, daß er sich ganz unfein um meinen Bauch herumlegte und mich aussehen lies wie eine Preßwurst. Na schönen Dank auch.
Soll ich das so anziehen? Nee.
Wie das Problem lösen? Keile einsetzen?
Gut. Keile längsgestreift. Wäre gegangen.
Ich habe die Seitennaht ein Stück geöffnet und ein Minischleifchen aufgesetzt.

Nun habe ich ein Ärmelschleifchen und ein zweites Schleifchen an der Seite. Hehe, das MUSS so ein! Das ist ein Designelement!!!!



...einmal Ku'Damm und zurück...

...wie passend....😁
fotografiert 2019, Rhododendronfest in Bad Elster
Fazit:
Schönes Shirt, welches sich schon gut bewährt hat.
Es läßt sich einfach nähen.
Die Ärmel bestehen übrigens aus zwei Teilen: Zum ersten der klassische Ärmel und darüber ein weiteres Teil, welches mit der Schlaufe zusammengerafft wird. Ganz schlicht, aber wirkungsvoll.

Würde ich das Shirt nochmal nähen?
Ja.
Abhängig von der Elastizität des Jerseys dann entweder mit oder "mit ohne" Designelement😉

Kommentare:

  1. Na, jetzt sieht es doch tipp-topp aus und die Seitenschlitze mit dem kleinen Schleifchen sind eine tolle Idee.
    Die Ausschnittversäuberung bei Shirts finde ich auch immer den schwierigsten Schritt.
    LG von Susanne

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    1. Danke. Ich glaube ich nähe ab sofort nur noch Ausschnitte mit Schrägstreifenversäuberung. Das sieht dann wenigstens vernünftig aus.

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  2. Das Shirt wollte ich eigentlich auch noch nähen..... Ich denke, ich werde mir das nochmal überlegen bzw. gleich von Anfang an den Ausschnitt mit Schrägstreifen einfassen. Danke für den Hinweis.
    Die zwei Mini-Schleifchen finde ich auch total gut.
    LG, Sandra

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  3. Das Ergebnis sieht super aus! Mit den Seitenschleifchen und dem schrägen Bündchen noch viel besser :)
    Ich habe das Shirt auch gerade genäht (aber in rotweiß geringelt) und hatte das gleiche Problem beim Ausschnitt. Ich habe dann einfach BREIT (ca. 1-1,5 cm) abgesteppt und das sah gut aus :)

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    1. Ja, vermutlich habe ich dann nicht breit genug abgesteppt. Aber Probieren geht ja immer über Studieren. Hauptsache , das Ergebnis stimmt.

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  4. Ich greife auch immer wieder auf die Schrägstreifenmethode zurück. Alles andere ist irgendwie Sch..
    Und Designelemente machen doch den Unterschied!
    LG Monika

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  5. Sehr hübsch!
    Mir gefällt deine Variante noch besser als das Burda-Modell.

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  6. Ja ich kenne das such, aber genau das ist doch nähen. So lange ändern und probieren bis es passt. Mir gefallen gerade die Schleifen total gut, also von mir 👍.
    Viele liebe Grüße die naehbegeisterte Andrea 😎

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  7. Sehr clever gelöst, das Problem! Die Schleifchen an den Schlitzen sind wunderbar. Und ich bin wieder einmal froh über die Nähgemeinschaft, denn das Shirt liegt hier in blau-weißgestreift zugeschnitten und ich habe auch schon über den Ausschnitt gegrübelt. Danke für Deinenen Bericht. Ich werde gleich mit Schrägstreifen arbeiten.
    Liebe Grüße von Ina

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    1. Schön, daß ich mit meinem Bericht helfen konnte, daß sich nicht auch andere über das Problem ärgern müssen.

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    2. Ohoh Ina, den Schnitt habe ich auch schon abgepaust... ;-) Dank Andrea kann ich auch gleich auf den Schrägstreifen zurükgreifen... Super!!! Danke... LG Sarah

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  8. Also mir gefällt es auch ausgesprochen gut und besser als das Original! :) Und ich finde es ganz bewundernswert, dass Du trotz des Ärgerns noch daran denkst, Fotos für uns zu machen, damit wir mitfiebern können!

    Herzliche Grüße, Anne

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  9. Mit schwarz-weiß krieg man mich ja immer. Und Du hast das wunderbar gelöst, sieht sehr schick aus und lässt sich sicher vielfältig kombinieren. LG Anke

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  10. Oh, was für ein Krimi. Ähnliches Drama hatte ich neulich ebenfalls mit einem Burda-Shirt und dessen Ausschnitt. Wirklich ärgerlich, wenn die Fotos die kniffligen Stellen nicht herzeigen. Aber du hast es supergut gerettet, die Designelemente solltest du glatt an Burda verkaufen.
    LG
    Sandra

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    1. Ich finde ja, daß in einem Nähmagazin doch mehr Augenmerk auf knifflige Stellen gelegt werden sollte und daß man auch aussagekräftigere Fotos abdrucken sollte....aber meine Meinung interessiert in diesem Zusammenhang nicht, leider....

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  11. Oh, dieses Shirt bzw die Ärmel dieses Shirts zum Umarbeiten eines alten Ringelshirts habe ich auch auf dem Plan.Gur zu wissen, die Sache mit dem Aussschnitt. Die Idee mit den Seitenschlitzen und dem "Designelement" ist eine echte Aufwertung des Schnittes.
    Viele Grüße, Stefanie

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  12. Schön gemacht! Ich säume Jersey am Ausschnitt mittlerweile gar nicht mehr mit Beleg, immer nur mit Streifen versäubert, wie Du das gemacht hast, oder schmal eingeschlagen und doppelt abgesteppt. Liebe Grüße!

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    1. Ja, aus Fehlern sollte man lernen und nicht immer wieder ähnliche Dinge falsch machen....
      Danke!

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  13. Die Schlitze und die kleinen Schleifen runden den Schnitt ganz hervorragend ab, viel besser als das Original, auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass Du erstmal enttäuscht warst, als es nicht so lief wie geplant. klasse, dass Du nicht aufgegeben hast! LG Kuestensocke

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  14. Auf der Suche nach einer Hilfeseite für dieses shirt bin ich auf deiner tollen Seite gelandet. Dein Shirt ist wirklich gut gelungen. Ich hab den Ausschnitt mit Belegen verstürzt und hatte keine Probleme damit. Kommst aber vllt auch auf den Jersey an. Ich hänge bei den Ärmeln, checke es einfach nicht mit der Beschreibung. Ist so korrekt? Vllt hat jemand einen Tipp? LG

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    1. Leider ist jeder Stoff ein wenig anders zu handhaben, so daß man einen Schnitt nicht in jedem Fall 1:1 umsetzen kann.

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  15. Ende gut, alles gut, auch wenn ich den Ärger wegen der vielen nötigen Änderungen verstehen kann. Die Ärmellösung finde ich sehr hübsch! lg, Gabi

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  16. Du hast Deine "Probleme" super gelöst. Ich bin eine Strickträgerin, zumindest über Shirts. Und diese trage ich nie über der Hose. Und schon gar nicht, wenn der enganliegende Saum dann an der dicksten Stelle endet. Gegen Stretch habe ich nix. Aber wenn dann ganz eng oder gleich richtig weit.
    Der letzte Kragen ist übrigens wirklich super schön.
    BG Sunny

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    1. Danke Sunny.
      Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn ein Nähprojekt so blöd läuft. Das ist eine Niederlage, die nicht sein muß und darf😊. Deshalb habe ich auch so wenige TfTs 😉

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