29. Februar 2016

Ich hatte eine "Auszeit". Es geht mir (wieder) gut!

Heute viel Text und wenig Fotos, aber mir ist das wichtig.
 
Darf man sich vergnügen, wenn gerade ein einem  nahestehender Mensch verstorben ist?
Anders gefragt: Darf ich einen seit einem Jahr gebuchten Urlaub antreten, nachdem mein Vati vor Kurzem verstorben ist oder soll ich zu Hause bleiben?
Kurzum: Diese Frage ist längst entschieden und die Reise (mit einem Autounfall mit Totalschaden) beendet.
 
 
Mein Mann stellte es mir frei, ob wir fliegen, oder nicht.
Zuerst wollte ich nicht. Es kam mir unanständig vor und ich fühlte mich schäbig. Nein, so etwas tut man nicht. Es ist an der Zeit, zu trauern.
 
Was aber wäre gewesen, wenn wir zu Hause geblieben wären?
Wir hätten unseren Alltag gehabt, vielleicht wäre ich schon mal öfter am Grab und bei meiner Mutti gewesen.
 
All diejenigen, die ich in meiner Unentschiedenheit um Rat gebeten habe, haben spontan gesagt: "Du fährst!"
 
Schweren Herzens hab ich die Koffer gepackt. Auch meinem Mann und meinem Sohn zuliebe, die sich sehr auf diese Reise gefreut hatten.
 
Nachdem ich nun wieder in Deutschland bin wird mir erst richtig bewußt, wie das Leben mit aller Brutalität weitergeht. Die Zeit läuft weiter und die Lebensuhr tickt. Jeden Tag ein bißchen weiter....
Wäre ich zuhause geblieben, dann hätte ich mich wahrscheinlich jeden Tag selbst bemitleidet und letztendlich meine Mitmenschen genervt. So hab ich ganz andere Bilder gesehen. Das Leben ist nicht schwarz oder weiß. Es ist bunt. Es ist laut und nur ganz selten mal still.
Die "Vogel-Strauß"-Taktik a'la Kopf in den Sand stecken, die funktioniert nicht.
Also gilt nur eines: Nach vorn gucken und weiter machen. In Liebe und Dankbarkeit auf die Vergangenheit zurück sehen. Der Urlaub hat mir geholfen. Zwar habe ich nicht laut gelacht  und getanzt, aber das Lächeln war zurück. Übrigens hat auch meine Mutter gestern am Telefon gelacht (und über jemanden gelästert), was mich sehr sehr glücklich gemacht hat.
fotografiert in einem Hotel in Peru
 
Diese knallbunte farbenprächtige Tischdecke ist aus Chile und das kleine Schachspiel ist aus Peru. Naja, nun wißt ihr auch  gleich, an welchem Ende der Welt ich war.
 
 
Der Pulli ist aus Chile, genau der richtige Farbtupfer am Anfang der Reise, um meine Stimmung aufzuhellen. Und den Hut, den habe ich später gekauft, als ich mir einen grandiosen Sonnenbrand eingefangen hatte. Schützt Kopfhaut und Ohren. Übrigens bin ich mit 3 Wollpullovern und 3 Hüten wieder heimgekommen zuzüglich diverser anderer Kleidungsstücke und weiterer Mitbringsel. Es ist uns trortzdem  nicht gelungen, alles mitgenommene Geld auszugeben, ich werds zurücktauschen.
Übrigens, Stoffe für Kleidung habe ich dieses Mal nicht gekauft. Es gab zwar eine schöne Auswahl an farbenprächtigen Coupons, jedoch alles in gröberer Webart, so wie die Tischdecke. Daraus eine Jacke, ein Kleid oder ein Rock? Nein, doch lieber nicht.
 
Immer dann, wenn ich an einem Strand bin, dann nehme ich mir Sand mit. Nur ein kleines bißchen, gerade so, daß es in ein kleines Kaperngläschen paßt. 

Im Regal über meiner Nähmaschine steht schon eine kleine Sammlung. Vielleicht findet ihr das albern, aber ich weiß bei jedem einzelnem Glas, in welcher Situation ich den Sand "eingetütet" habe. Dafür nehme ich immer die Verpackung von Papiertaschentüchern oder ich "klaue" mir ein Beutelchen auch der Damentoilette *schäm*. 
Kleine Episode am Rande:
Bei der Ausreise aus Mexiko hatte ich fünf Sandproben in besagten kleinen Beutelchen in die  Schuhe meines Mannes gesteckt und mit in den Koffer gelegt. Platzsparender Transport. Allerdings wurden genau diese fünf Tütchen bei der Durchleuchtungs-Kontrolle am Flughafen "gefunden". Koffer öffnen. Das liebe ich ja, wenn die bei der Rückreise schlampig in den Koffer gesteckte (Dreck)Wäsche vor aller Menschen Augen ausgepackt wird. Noch besser, wenn sie dann einen Drogenschnüffelhund holen und der nicht vom Schuh läßt. Warum gucken einen dann die Mitreisenden immer so schräg an? Mensch Leute, das ist nur Sand für meine leeren Kaperngläser  zu Hause! Warum glaubt das keiner? Peinlich genug, wen man den Einheimischen am Strand erklären muß, warum man Sand in eine Tüte füllt....
Trotzdem nehme ich das nächste Mal wieder ein "Sand-Souvenir" mit. Jetzt gerade!
 
In den nächsten Wochen werde ich einige Posts zu meinen Erlebnissen schreiben, denn ich hatte ja ab und zu auch selbstgenähte Sachen an. Zum Teil habt ihr die schon gesehen, teils auch noch nicht. Außerdem hab ich mehrere tausend schöne Fotos, immer schön zum angucken und auch etwas, was die Hobbyschneiderin oder Modeinterssierte doch interessieren könnte.
 
 
Hatte ich schon geschrieben, daß das Leben kostbar ist?
Der Autounfall vor einigen Tagen.....mir ist immer noch ganz schlecht, wenn ich daran denke.
Zwischen zwei großen Straßenbäumen durch Sträucher und kleine Bäumchen hindurch, dann ca. 3 bis 4 Meter tief einen Abhang hinunter....ich weiß nicht, ob wir einen Schutzengel hatten oder ob ER schützend seine Hand über uns gehalten hat oder war das einfach nur Glück? Auto Totalschaden, wir voller blauer Flecke. Nichts passiert, wohl Dank Sicherheitsgurt und Airbag.
Ich bin kein sehr religiöser Mensch sondern halte es eher wie Albert Einstein, der sinngemäß einmal sagte "Man soll der Erforschliche erforschen und das Unerforschliche verehren."
Manchmal komme ich aber schon ins Grübeln. Aber nicht zu viel Grübeln, denn das verdirbt die gute Laune, und davon hätte ich gerne wieder mehr.
 
 
Herzliche Grüße
von Susan,

die auch eure Blogs wieder öfter besuchen wird, versprochen !

Kommentare:

  1. schön zu lesen, dass es dir besser geht. es war so richtig, den Urlaub anzutreten. denn das Leben geht weiter, ob du willst oder nicht. und es ist so kostbar. aber das weißt du ja selbst.

    liebe Grüße aus der Nachbarschaft
    Manu

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  2. Ich denke bei solchen Fragen immer, was hätte er/sie gewollt? Dein Vater hätte doch sicher auch gesagt, fahr in Urlaub, oder? Ich finde es sehr gut, dass ihr gefahren seid und die Reise so schön war. Dass du diesen Unfall so glimpflich überstanden hast, ist das Allerbeste!
    Liebe Grüße
    Sabine

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  3. Liebe Susan,
    ich freue mich, wieder etwas von Dir zu lesen. Und noch mehr freue ich mich, dass Dir nichts passiert ist! Denke nicht drüber nach, freue Dich, dass es Dir gut geht und genieße jeden Tag.
    Liebe Grüße,
    Sandra

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  4. Trauer findet im Herzen statt und ist nicht für jeden sichtbar. Damit erübrigt sich eigentlich die Überlegung, was "man" darf oder macht. Urlaub ist wichtig und dein Vater bleibt in deinem Herzen.
    Dein Satz "Nach vorn gucken und weiter machen. In Liebe und Dankbarkeit auf die Vergangenheit zurück sehen" sagt doch genau das aus, worum es geht.
    Liebe Grüße
    Lehmi

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  5. Schön, dass Du wieder da bist. Wenn man sebst nicht betroffen ist, kann man leicht sagen, lebe Dein Leben und geniesse jede Minute. Erst wenn die gleiche Situation einem selbst erreicht, weiss man wie es sich anfühlt. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft
    LG Eva

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  6. Liebe Susan, es tut immer gut andere Tapen zu sehen, also war es genau richtig den geplanten Urlaub zu machen.
    Dass Du gleich auf die andere Seite der Welt reist?! Wow. Großartig. Zum Glück ist euch nichts passiert! Solch ein brutaler abschluss, sollte keiner haben. Erhol Dich gut - Drück Dich & ganz liebe Grüße Anita

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