12. November 2014

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Voque 1283

Vielleicht sollte ich doch lieber Röcke und Kleider statt Hosen tragen?
Jedoch mag ich Strumpfhosen garnicht! Deshalb bevorzuge ich in der kalten Jahreszeit doch die Hose.

Ich trage mein selbstgenähtes Kleid Voque 1283 . Weiteres Fotos und einen Nähbericht könnt ihr hier sehen und hier nachlesen.




Diese Fotos sind vom 9. November 2014.
Am Tag zuvor waren wir in Mödlareuth. auch "Little Berlin" genannt. Ein Dorf, durch das während der Teilung Deutschlands eine Mauer gezogen wurde.
Wo wart ihr am 9. Novemer 1989?
Ich weiß es noch ganz genau.
Ich saß an diesem Donnerstagabend im Zug von (Ost)berlin nach Karl-Marx-Stadt. Damals Studentin, wollte ich wohl am Freitag die Vorlesung schwänzen.*schäm*
Als ich zuhause bei  meinem Eltern ankam wurde ich von meiner Mutter mit den Worten begrüßt: "Was willst denn Du hier?"...ja, damals gab es noch keine Handys, sonst wäre ich wohl unterwegs ausgestiegen und zurückgefahren. Vielleicht. Und so kam es, daß ich ,obwohl in Berlin lebend, erstmals am 12.11.1989 "rüber" bin. Ich kann mich nicht mehr erinnern, an welchem Übergang. Und ich weiß auch nicht mehr, ob ich zuerst  in Westberlin war oder zuerst in Hof. Die Erinnerung ist verblasst. So war damals. Ein Teil von meinem Leben.
Ich wünsche mir für die Zukunft, daß wir das Einordnen in Ossi und Wessi sein lassen werden, schließlich gibt es noch mehr Himmelsrichtungen. Ein Flensburger tickt vielleicht auch anders als ein Rosenheimer, oder...?

Dieser Post ist verlinkt zum MMM vom 12.11.2014. Und dahin geh ich jetzt gucken, was die anderen heute zeigen.

Ich wünsche euch eine schöne Woche,
herzlichst
Eure Susan



Schere

17 Kommentare

  1. Der Schnitt des Kleides steht dir wunderbar, toll! Ich trage lieber Leggings als Strumpfhosen zu Kleidern, in Stiefeln sieht das genauso aus und man hat weniger das Problem mit unbequem rutschendem Höschenteil ...

    Ich bin Jahrgang 1984 und war zum Mauerfall noch zu jung, um etwas davon mitzubekommen. Für mich gibt es daher auch kein "Ossi" und "Wessi" - alles sind ganz selbstverständlich Deutsche aus unterschiedlichen Regionen, ein Sachse ist mir nicht fremder als ein Bayer.
    Wenn ich an den Mauerfall denke, denke ich daher nicht daran, wo ich zu dem Zeitpunkt war, sondern an liebe Freunde, die aus der ehemaligen DDR stammen und die ich ohne den Mauerfall wohl nie kennengelernt hätte. An die Ost-West-Paare, die ich kenne. Und bin froh!

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  2. Das ist wirklich ein ganz wunderbar sitzendes Kleid - bei Etuikleidern gar nicht so einfach! Und eine schöne Farbkombi für den oft so dunklen Winter.

    Schön, dass Du an den Mauerfall erinnerst. Für mich ist das auch jedes Jahr ein immer noch bewegender Tag, an dem die Gedanken zurückgehen an diesen wunderbaren Abend 1989. Jetzt dachte ich aber gerade auch nähtechnisch zurück: was haben wir damals alles improvisiert! Alles, was es nicht gab, wurde irgendwie ersetzt, hergestellt, einfallsreich verwandelt. Wenn damals auch oft mit ärgerlichen Gedanken verbunden, erinnere ich mich heute eigentlich gern daran - dieses Improvisationstalent machte einfach unglaublich kreativ! War sicherlich eine gute Schule - nicht nur fürs Nähen. Und andererseits bin ich auch nach 25 Jahren immer noch glücklich, wenn ich heute in dem Stoffladen meiner Stadt stehe, den es auch damals schon gab; jetzt jedoch schwelgen kann in Farben, Zubehör, Schnittmuster - einfach alles aussuchen, weil es vorhanden ist! (Und der Stoffladen ist nicht einmal besonders gut!). Das ist immer noch traumhaft. (Geht mir übrigens auch immer noch so im Supermarkt bei den Backzutaten!!). Und ich bin stolz, als ein kleines Rädchen im großen Volksgetriebe 1989 dabei gewesen zu sein. Vielen Dank für diesen Gedankenanstoß. Herzliche Grüße von Heike aus HRO.

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    1. Ja, man verdrängt oft wie es mal war, und das darf man auch nicht vergessen!
      Danke und herzliche Grüße!



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  3. Eigentlich trage ich auch lieber Hosen, aber ich fühle mich in Röcken und Kleidern mehr und mehr zuhause, auch an Strumpfhosen habe ich mich gewöhnt (die dickeren aus Baumwolle und so). Vielleicht denkst du auch nochmal drüber nach? Denn das Kleid sieht wunderbar aus an dir, es passt wie angegossen!
    Ich war elf als die Mauer gefallen ist und habe vorrangig am Süssigkeitenregal die Fortschritte der Einigung festgestellt. Ich finde es schön, dass du hier daran erinnerst, denn für mich ist das Datum auch sehr wichtig, und jedes Jahr köpfe ich eine Flasche Sekt dafür, dass nun "wieder zusammen ist, was zusammen gehört".
    Liebe Grüße,
    Nastjusha

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  4. Das Kleid steht Dir hevorragend. Toller Schnitt und Stoff. Ich trage mittlerweile fast nur noch Kleider und Röcke, im Herbst und Winter meist mit dicken Leggings oder Thermostrumpfhosen. Da sollte man nur drauf achten, dass sie nur eine Naht hinten haben, sonst sieht's bei engen Kleidern blöd aus. In Jeans friere ich meist viel mehr.
    Liebe Grüße Anke

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  5. Ich war damals 13 und habe natürlich überhaupt nicht verstanden, was da vor sich ging. Ich wusste von der DDR, aber was da politisch dahinter steckt, war mir völlig fremd. 87 oder 88 haben wir Urlaub im Harz gemacht, etwa zwei Kilometer von der Grenze entfernt. 2009 war ich wieder dort, diesmal auch an den Grenztürmen. Schon ein komisches Gefühl - selbst für mich.
    LG, Sandra

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    1. Ja, immer noch ein komisches Gefühl. So empfinde ich das auch.
      Zum Glück ist das vorbei.
      Liebe Grüße
      Susan

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  6. Superschönes Kleid, das prima sitzt und der Musterstoff ist sehr hübsch.
    Ich war zur Zeit des Mauerfalls auch Studentin und habe die Geschehnisse zunächst nur vor dem Fernseher verfolgt. Eine Woche später bin ich dann mit Freunden zum ersten Mal rüber in die DDR gefahren.
    LG von Susanne

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  7. Wunderschönes Kleid , toller Post ! Bitte auf jeden Fall den Röcken und Kleidern eine Chance geben . Steht Dir nämlich ausgezeichnet ! Wenn Du sie im Winter nicht magst wegen der doofen Strumpfhosen , dann haben sie eben ihre Zeit im restlichen Jahr ;)
    Ich habe an diesen besonderen Tag auch noch sehr konkrete Erinnerungen : Wir hatten lange Zeit im " Insel Berlin " gelebt , und ich frage mich heute , wie wir das im täglichen Leben so hinnehmen konnten ( inklusive der extrem nervigen Fahrten zu den Eltern via Transitstrecke ) .
    LG Dodo

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  8. Liebe Susan, das Kleid steht Dir ausgezeichnet. Du hast so eine schöne Taille, die solltest Du öfters zeigen, wie mit diesem Wickelkleid(?).

    Auch ich war sehr jung. Meine Eltern hatten eine Bekanntschaft in Leipzig. Die haben sich immer gegenseitig "Eingeladen" so konnte jeder mal aus seinem Umfeld raus. Obwohl Polen keine Mauer hatte, war eine Ausreise auch nicht möglich. Es ist unvollstelbar, die Reisepässe wurden in einer Behörte (Polizei) eingeschlossen. An die DDR, obwohl wie oft da waren, habe ich nur dämmernde Erinnerungen. Ich habe mich auf die Geschäfte gefreut, als Kind, denn in Polen gab es noch weniger. Ich habe viele gestrickte/gehäkelte Bekleidung aus der DDR gehabt - und ich habe es sehr geliebt.Süßwaren - wie ein Paradies - so leckere Schokolade besonders zu Ostern und Weihnachten. Meine Mutter hat viel eingekauft. Ein teil der Geschwister meiner Mutter haben in Westen gewohnt, so dass ich mich extrem an die Grenzübergänge erinnere.Wir hatten ja zwei. Man fühlte sich auch als Kind, wie ein Verbrecher/Verdächtiger. 300 km mussten durch das Land und man fühlte sich wie "Big Brother". Jetzt, wenn ich so darüber nachdenke, muss das Leben unter der ständigen Beobachtung - einen ganz schön belastet haben. In der Zeit 82-85 ist viel in meiner Jugendzeit passiert. Bürgerkrieg in Polen, Männer mit Gewehren und Panzer auf den Straßen, keine Nahrung, Essensmarken, mein Vater erlitt ein Herzinfarkt, meine Mutter entschied (ohne mein Wissen) zu flüchten zu Ihren Schwestern in Westen. Ich war schon in Westen, habe Ferien gemacht und hatte keine Ahnung, auf einmal waren wir auf der Flucht. Als ich Deine Frage gelesen habe, versuche ich mich zu Erinnern, was habe ich 1989 gemacht - wo war ich. Es macht mich traurig, denn ich kann mich nicht daran Erinnern. Auch nicht an die DDR obwohl ich wir oft da waren, ich war einfach zu jung und stand unter schock? :(((
    Liebe Susan Danke für die kleine Zeitreise & ganz liebe Grüße Anita

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    1. Ach Anita....ich bin sooo froh, daß diese Zeit vorbei ist. Wer das nicht erlebt hat ,kann es sich auch nicht wirklich vorstellen. MAnches kommt mir heute richtig abartig vor. Ich gehe auch heute noch nicht gerne durch Paßkontrollen. Als wir nach Malaysia einreisten war es wie früher....
      Bist Du Polin oder aus Schlesien?
      Vielen lieben Dank!
      Susan

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    2. JA, es ist wirklich schön dass diese Zeit vorbei ist! Kaum zu glauben, dass es 25 Jahre her ist!
      Ach liebe Susan, so geht es mir auch mit den Paßkontrollen - es ist und bleibt leider ein blödes gefühlt dabei und es ist DIE erklärung für dieses unangeneme Gefühl - darüber habe ich noch nie nachgedacht - wie recht Du hast! Schrecklich, wie tief verwurzelt solche Gefühle doch stechen. Du sagst es richtig, die Außenstehenden können es wirklich nicht nachvollziehen. Hoffen wir nur, dass es nie wieder kommt!
      Geboren und aufgewachsen bin ich in Oberschlesien 40 km von Opeln (Richtung Osten) (Guttentag bzw. Dobrodzien) entfernt. Also weder Polin noch Deutsch (vor dem 2. Weltkrieg war es Deutsch, meine Onkel und Tanten gingen zur deutschen Schule - das musste auch komisch gewesen sein. Auf einmal durfte nicht mehr deutsch gesprochen werden). Vielleicht fühle ich mich so Heimatlos. Weder Deutsch noch Polnisch. Ist schon ein blödes Gefühl.
      Es war schön mal wieder etwas intensiver darüber nachzudenken, sich auszutauschen, irgendwie habe ich es doch sehr verdrängt. Danke dafür!
      Ich wünsche Dir ein super schönes Wochenende & ganz liebe Grüße in den Osten, Anita

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